Muttergebundene Kälberaufzucht
bei Milchvieh

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3 Entwicklungsphysiologische Aspekte

3.1 Kalb - Wachstum

(b7) isoliert aufgezogene Kälber sind zur Absetzzeit (10 Wochen) nicht schwerer/leichter als aus Gruppenaufzucht. (b19) an der Mutter aufgezogene Kälber (Milchvieh) wachsen schneller aufgrund des freien Zuganges zur Milch. Entsprechend dem Körpergewicht waren die an der Mutter aufgezogenen Kälber als Jungtiere (10 Monate alt) dann auch ranghöher als die in Gruppen per Eimer aufgezogenen Kälber. (e7) intensive Fütterung – kürzere Nutzungsdauer. (s4) 6 Wochen zu zweit an einer Kuh säugen führt zu besseren Tageszunahmen als Milchpulver-Füttterung und zu geringerem ERstkalbealter. Ausnutzen des frühen Wachstumspotentials: Je älter die Tiere werden, desto mehr nimmt die Wachstumsintensität ab. Als junge Tiere können die Kälber somit mit verhältnismäßig wenig Futter (guter Futterverwertung) besonders gut wachsen (e7, e8). Wird in dieser Zeit intensiv gefüttert (wie bei der MgA), kann das Futter effektiv in Wachstum umgesetzt werden. „Frühreife“ und Körperbau entsprechen der Fütterungsintensität: Durch eine intensive Fütterung bzw. lange Säugeperiode kann eine gewisse „Frühreife“ der Kälber erzielt werden (d.h. sie wachsen schneller als ihre Artgenossen). Damit einhergehend findet eine raschere Verknöcherung der Epiphysen statt, so dass vor allem die Extremitäten nicht so lang werden als wenn eine knappe Fütterung zu langsamerem Wachstum und späterer Verknöcherung führt. Auch findet der Zahnwechsel bei frühreifen Tieren meist eher statt (e4). So entstehen bei intensiver Fütterung (somit wahrscheinlich auch bei muttergebundener Aufzucht bei Milchvieh) eher kurzbeinige, stämmige Tiere. (siehe Abb. X –letztes Bild von e8). Auch ist der Rumpf bei eher mastiger Aufzucht tiefer als bei karger Aufzucht (e7). Weil in vielen Bio-Betrieben kleine, rumpfige Kühe bevorzugt werden (wegen meist besserem Rauhfutteraufnahmevermögen, besserer Milchleistung im Verhältnis zur Körpergröße), wird eine intensive Aufzucht der Kälber an der Mutter keineswegs nachteilig sein. Der Zeitpunkt des Deckens kann sich durch eine bessere Gewichtszunahme aufgrund intensiver Aufzucht nach vorne verschieben und die Aufzuchtzeit verkürzen. Auch die Fruchtbarkeit (erfolgreiche Erstbelegung), die erfolgreiche Abkalbung und die Arbeitszeit können so verbessert werden (f14) bzw. die produktive Lebensphase verlängern (f15, f16)

3.2 „geistige“ Entwicklung?